Warum Entwicklungszusammenarbeit in Südafrika?

Realität voller Kontraste

Wunderbare Menschen der unterschiedlichsten Völker und eine einmalig artenreiche Natur, vollmundiger Wein und leckeres Obst, Bodenschätze … und 2010 die Fußballweltmeisterschaft. Das ist ein Teil Südafrikas.

Die weltweit höchste AIDS-Rate, Drittwelt-Armut für die Hälfte der Bevölkerung, Gewaltrekorde in Städten und Townships, illegale Flüchtlingsströme aus ganz Afrika und die Folgen der Apartheidgesellschaft in jedem Township. Auch das ist ein Teil Südafrikas. In diesem Teil leben die Kinder, denen wir helfen möchten.

 

Apartheid und die Fehler danach

Bis 1994 herrschte Apartheid. Schwarze und Farbige (sprich ca. 90% der Bevölkerung) wurden umgesiedelt und mussten in den Townships und Homelands leben, ohne Rechte, ohne Ausbildung, ohne Infrastruktur. Ausgang nur zur Arbeit erlaubt. Seit dem Ende der Apartheid 1994 hat Südafrika große Schritte in politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen gemacht. Beim Aufbau der politischen und kulturellen Basis wurden große Erfolge erzielt, aber es wurden in der Umsetzung auch große Fehler gemacht (falsche Energiepolitik, ignorante Aidspolitik, übertriebene positive Diskriminierung, mangelhafte Sozialpolitik, Korruption…).

 

Armut und HIV/Aids

Auf dem afrikanischen Kontinent ist Südafrika wohl das am weitesten entwickelte Land, doch der Großteil der Bevölkerung konnte sich nicht mit entwickeln. Die Diskrepanz zwischen reich und arm ist immer noch gewaltig und die beiden Hauptprobleme Armut und HIV/AIDS reißen alles nach unten. Die Waisen und die Kinder der Townships sind als erste betroffen. Die Zahlen sprechen eine klare und harte Sprache, hier einige davon:

  • 13% der Bevölkerung lebt in den sehr komfortablen Lebensbedingungen eines Industrielandes.
  • 60% der Bevölkerung lebt in den sehr harten Lebensbedingungen eines Entwicklungslandes.
  • 36% der Haushalte hat keinen Zugang zu Strom oder fließendem Wasser.
  • 30,9% der Bevölkerung lebt von weniger als 2 US$ pro Tag
  • Nur die Hälfte der Kinder wird bei der Geburt angemeldet, was ihren Zugang zu sozialen Hilfen erschwert.
  • Mehr als 1 Mio. Kinder im Schulalter gehen nicht zur Schule, sei es weil sie unterernährt sind, weil die nächste Schule zu weit weg ist, sei es aus Geldmangel oder weil die Eltern und Großeltern selbst zu Zeiten der Apartheid keinerlei Bildung erhielten.
  • Die HIV-Rate liegt bei über 20%. Geschätzte 50% aller Tode sind durch AIDS verursacht, bei den 15 bis 49 Jährigen erschreckende 71%.
  • Eine ganze Elterngeneration stirbt aus. Zurück bleiben rund 1,2 Mio. Waisen, die in Kinderheimen leben, von ihren Großmüttern versorgt werden oder gar auf sich alleine gestellt sind.
  • Schulen sind in Südafrika kostenpflichtig, Schuluniformen sind Pflicht. Ohne Hilfe von außen gibt es kein „Bildung gegen Armut“ sondern „keine Bildung wegen Armut“.

 

Warum wir also diesen Kindern in Südafrika helfen?

Den gesunden und den kranken Kindern wünschen wir die Möglichkeit, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Wir möchten ihnen helfen, eine faire Chance zu bekommen mit guter Ernährung, Gesundheit und Ausbildung. Denn wir glauben an die Naledis, die Sterne. Und wir wünschen, dass auch sie Schönheit, Freude und Liebe erleben, von der sie soviel geben. Denn sie haben ein Recht darauf.

 

Die Spirale unterbrechen

Ohne Hilfe wird die Spirale AIDS/Armut immer weiter drehen und immer größer werden. Diese Generation Kinder, die heute unter den akuten Problemen von Armut und HIV/AIDS leiden, können nur durch Hilfe von außen aufgefangen werden, eine Lebensperspektive bekommen und später ihren Weg als Erwachsene eigenständig machen können, als wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Wir können nicht die Welt retten, wir konzentrieren uns mit unseren Projekten auf ganz konkrete Gruppen und möchten diesen Kindern zu einer besseren Zukunft verhelfen. Damit sie ihren Kindern wiederum einen besseren Start geben können. Insofern hoffen wir also, dass unsere Hilfe für die nächste Generation nicht mehr nötig sein wird. Eine Entwicklungszusammenarbeit also mit reellen und absehbaren Zielen.

Interessante Informationen, Hintergründe und Erklärungen finden Sie unter anderem bei:

Mehr dazu unter Unsere Projekte und unter Spenden und Helfen